Der deutsche Immobilienfinanzierungsmarkt zeigt sich aktuell in überraschend robuster Verfassung. Nach mehreren Jahren relativer Zurückhaltung sind Baufinanzierungen für Wohnimmobilien wieder stark im Kommen – mit einem deutlich zweistelligen Zuwachs.
Im ersten Halbjahr 2025 verzeichneten Banken und Kreditinstitute ein kräftiges Plus im Bereich der Wohnimmobilienfinanzierung. Die zugesagten Kredite für den Bau oder Kauf von Wohnimmobilien lagen um rund 22 % über dem Vorjahr und erreichten ein Gesamtvolumen von etwa 46 Milliarden Euro. Besonders stark nachgefragt wurden Finanzierungen für Mehrfamilienhäuser, aber auch Kredite für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen stiegen deutlich an.
Was steckt hinter dem Anstieg?
Mehrere Faktoren tragen zu dieser Entwicklung bei:
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Angepasstes Zinsniveau: Viele Käufer und Investoren haben sich mittlerweile an die aktuellen Finanzierungskosten gewöhnt, die im historischen Vergleich als moderat gelten.
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Hohe Nachfrage nach Wohnraum: Besonders in städtischen Ballungszentren herrscht weiterhin große Nachfrage, was Kreditanfragen weiter befeuert.
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Attraktivität als Sachwert: Wohnimmobilien gelten in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit als inflationssichere Anlagen und stehen daher bei Kapitalanlegern wieder hoch im Kurs.
Perspektiven für Käufer und Investoren
Diese Entwicklung signalisiert eine Trendumkehr auf dem Immobilienmarkt: Nach Jahren der vorsichtigen Kreditvergabe wächst sowohl das Vertrauen der Banken als auch der Mut der Kreditnehmer, wieder zu investieren. Für Immobilieninteressenten bedeutet das mehr Aktivität am Markt, aber auch potenziell mehr Wettbewerb um attraktive Objekte.
Insbesondere wer in den kommenden Monaten plant, den Schritt in die eigenen vier Wände zu wagen oder in Wohnimmobilien zu investieren, sollte den Markt genau beobachten – die Dynamik könnte anhalten.